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Schwangerschaft und Stillzeit

Begleitung von Schwangeren und Stillenden

Schwangerschaft und Stillzeit lassen sich sehr gut mit Akupunktur und chinesischer Arzneimitteltherapie als Ergänzung zur modernen Medizin begleiten. In seinem Klinikhandbuch Jin Gui Yao Lue (Wichtige Verschreibungngen aus dem goldenen Schrein) widmet der chinesische Arzt Zhang Zhongjing schon vor ca. 1800 Jahren drei komplette Kapitel (20-22) gynäkologischen Themen. Das Kapitel 20 ist eine Sammlung von klassischen Rezepturen, die in der Schwangerschaft angewendet werden können. Beschrieben sind Formeln, die beispielsweise bei Schwangerschaftsübelkeit, Erbrechen, Bauchschmerzen, Blutungen oder frühzeitigen Wehen angewendet werden können.
 
Akupunktur kann zusätzlich eingesetzt werden, besonders bei Ischialgien, Sodbrennen, Schwangerschaftsübelkeit oder um am Ende der Schwangerschaft das Kind in Kopfendlage (Schädellage) zu bringen. Hierbei wird vorwiegend Moxibustion eingesetzt.
 
Im Kapitel 21 ist eine Sammlung von Kräuterrezepturen, die bei Beschwerden in der Stillzeit angewendet werden können. Probleme wie verzögerter Milcheinschuss (verspätete initiale Brustdrüsenschwellung), Brustdrüsenentzündung (Mastitis) oder nicht ausreichende Milchbildung werden in diesem Kapitel thematisiert, aber auch Wochenbettdepression, fiebrige Erkrankungen während der Stillzeit, Appetitmangel, Erbrechen, Schmerzen oder Plazentaretention. Erkrankungen des Kindes wie beispielsweise Neugeborenengelbsucht (Ikterus) werden bei stillenden Müttern übrigens über die Mutter behandelt. Das heißt, der Mutter werden die Kräuter in Form von Tee verabreicht, während das Kind über die Muttermilch die Wirkstoffe aus dem Tee aufnimmt.